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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Sonntag, 13.11.2011


Es zelebrierten die Messe anlässlich der 295. Wallfahrt für die Kirche (von links): Pfarrer Michael Götz, Pater Josef Holzgartner, Kaplan Martin Schöpf, Stadtpfarrer Georg Flierl, Pfarrer Norbert Götz, Kaplan Christian Preitschaft, Pfarrer Konrad Gruber, Pfarrer Josef Schön,

H.H. Dekan und Stadtpfarrer Georg Flierl aus Tirschenreuth 

Die 295. Wallfahrt für die Kirche führte diesmal Stadtpfarrer Georg Flierl selbst an. Bischof Dr. Gregor Hanke aus Eichstätt war leider verhindert. In seiner Predigt nahm Stadtpfarrer Georg Flierl Bezug auf den Volkstrauertag, welcher mit der Wallfahrt zusammenfiel. Mit gestaltet wurde der Gottesdienst durch die Solisten Christine Kohl und Ottmar Andritzky. Sie sangen Stücke von Haydn, Mozart, Cherubini und Mendelssohn Bartholdy, begleitet wurden sie von Werner Fritsch an der Orgel.
„Wir sind alle sterbliche Wesen“, so Stadtpfarrer Georg Flierl in seiner Predigt. Mit dieser Grundgegebenheit müsse man sich auseinandersetzen. Dazu gehöre, dass man seinen persönlichen Tod nicht ausblende und verdränge, sondern dass man ihn immer wieder ganz bewusst vor sein inneres Auge stelle.
In früheren Zeiten sprach man von der „ars moriendi“, von einer „Kunst des Sterbens“. so Flierl. Man war überzeugt, dass Menschen die Fähigkeit besitzen, sich einzuüben in die Sterblichkeit. Dass es möglich sei, sich im echten Sinne des Wortes gut auf das Sterben vorzubereiten. Eine „gute“ Vorbereitung auf unser Sterben setzte voraus, dass man sich klar geworden sei, dass man etwas über den Tod hinaus erwarten darf.
Der Hebräerbrief sagt uns: „Es ist uns Menschen bestimmt, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt“: Unser Leben und unser Sterben sei einmalig. Es gibt keine Wiederholung, kein nochmaliges „von vorne“ und keinen Kreislauf von Wiedergeburten.
Die rechte Vorbereitung erfordert zwei Dinge. Zum einen muss man sich Gedanken darüber machen, was mit einem nach dem Tod hinaus sein wird. Zum anderen muss man die Zeit vor dem Tod, dem irdischen Leben, in der rechten Weise nutzen. Man müsse mit Umsicht seinen Aufgaben in ihrem Plichtenbereich nachgehen, dass man seine Zeit nicht vertue und vertrödle. Aber man müsse dabei noch ein offenes Herz und offene Hände für Arme und Bedürftige haben, so der Prediger.
In unserer Zeit bestehe oft das Problem, dass Menschen zu viel arbeiten, arbeiten müssen, dass ihnen zuviel abverlangt wird, mehr als menschenmöglich sei. Dies führe zu schweren Erkrankungen und tiefen Lebenskrisen. Heute wird dies mit Burn out umschrieben. Ausgebrannt mit den Kräften, insbesondere mit den seelischen Kräften völlig am Ende. Zum Teil seien hier die Vorgaben des Vorgesetzten oder das „System“ Schuld. Man versuche, teuere Mitarbeiter  mit Mobbing oder ähnlichen loszuwerden. Hier gehört es zu unseren Aufgaben für den Schwächeren, gesundheitlich angeschlagenen einzutreten und sich gegen Unrecht und Ungerechtigkeit zur Wehr zu setzen stellte Flierl heraus. Die Angst im beruflichen Alltag darf nicht als Ausrede dienen, sich mit den Schwächeren, den Gemoppten, den Ausgebrannten zu solidarisieren. Ängstlichkeit darf uns nicht davon abhalten.
Im Blick auf den Volkstrauertag müssen an dieser Stelle auch die Soldaten zur Sprache kommen, die oft genug traumatisiert von ihren Auslandseinsätzen zurückkommen. Hier dürfen wir als Gesellschaft und Gemeinschaft unsere jungen Leute nicht alleine lassen. 
 Im irdischen Leben erleben wir nicht nur Freude, hier ist es oft Mühsal, Anstrengung, Herausforderung, ja Bedrückung und Traurigkeit. Nutzen wir die Möglichkeiten zum Guten, nutzen wir diese trotz aller Traurigkeiten und Ängstlichkeiten, die uns da und dort befallen. Am Ende wird unser Weg so ganz sicher in die ewige Freude unseres Herrn führen.