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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Samstag, 13.08.2011


Bild zeigt v.l.n.r. Stadtpfarrer Georg Flierl, Kaplan Martin Schöpf, H.H. Erzbischof Flavien-Joseph Melki aus dem Libanon, Sebastian Eisend aus Fockenfeld, Kaplan Markus Daschner aus Vohenstrauß, Kaplan Michael Alkofer aus Cham, Pfarrer Josef Schön,

H.H. Erzbischof Dr. Flavien-Joseph Melki aus dem Libanon

 

Stadtpfarrer Georg Flierl durfte zur 292. Wallfahrt für die Kirche die rechte Hand der Patriarchen der Syrisch-antiochenisch-katholischen Kirche in Beirut in Libanon recht herzlich begrüßen. H.H. Erzbischof Dr. Flavien - Joseph Melki wurde 1995 von Johannes Paul II. auch zum Weihbischof von Antiochien ernannt. Er ist nicht nur Weihbischof und Großkanzler des Patriarchats in Beirut, sondern auch Sekretär des heiligen Synods und Mitglied des Rates im Vorderen Orient. Antiochia liegt heute in der Türkei und sei eine Stadt, welche in der Geschichte des Christentums einen bedeutenden Platz habe. Hier wurden die Jünger Christi zum ersten Mal Christen genannt. Man befinde sich mit dem Erzbischof an den geografischen Ursprung des Christentums, so Stadtpfarrer Flierl.

Einen Beitrag zum christlichen Ursprung  lieferte Erzbischof Melki beim Gottesdienst in Tirschenreuth, indem er das „Vater unser“ in aramäischer Sprache (die Sprache von Jesus Christus während seiner irdischen Lebenszeit) sang. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch Schwester Antonia aus Fockenfeld und Schwester Franziska aus Thyrnau.

H.H. Erzbischof Melki hielt seine Predigt in französischer Sprache. Diese wurde von Bruder Helmut A. Dieken übersetzt. In seiner Predigt wies der Bischof darauf hin, dass im Libanon die Liturgie im Vergleich zu Europa verschieden sei. Trotz der verschiedenen Lieder, der eigenen Art die Liturgie zu feiern und der eigenen Sprache, sei man eine einzige vereinte Kirche weltweit. Die Größe der katholischen Kirche äußert sich nicht zuletzt in der Verschiedenheit der Liturgien und der Riten. 

Wir sind gemeinsam Glieder am Leibe Jesu Christi, ihr im Abendland Europa und wir im Vorderen Orient. Auch im vorderen Orient wird die himmlische Mutter in besonderer Weise verehrt. Nicht nur die Christen in aller Welt verehren die Gottes Mutter, sondern auch die Moslems verehren die Mutter Jesu Christi. Allerdings als Mutter Jesu Christi und nicht als Gottes Mutter. Auch im Libanon gibt es eine besondere Wallfahrtsstätte für die Mutter des Herrn. Dort steht ein Kreuz in Höhe von 73,8 Metern. Die Zahlen 7 - 3  - 8  stehen für die Höhe von Golgotha. Das beleuchtete Kreuz ist schon von weitem her sichtbar. Jeden Tag kommen von weit her viele Menschen zu dieser Wallfahrtsstätte, Christen sowie Moslems. Er persönlich habe gesehen, wie muslimische Frauen und Kinder in das christliche Gotteshaus kamen und dort Maria, als Mutter von Jesus Christus verehrten. Auch im Koran gibt es Stellen über die Mutter Jesu.

Der Prediger wies aber darauf hin, dass es sehr schwierig sei, den Glauben Jesus Christi, das Evangelium an jene zu bringen, welche noch nie etwas davon gehört haben. In einem Land, in denen noch heute Christen verfolgt und umgebracht werden. Wie soll man mit solchen Leuten sprechen, die uns hassen und alles dafür tun, dass sich die Christenheit verringert? Nicht durch Polemik könne man Moslems gewinnen. Jesus hat die Welt nicht durch Waffen und durch Aggression besiegt, sondern durch Liebe. Wir versuchen mit der islamischen Welt einen Dialog zu finden, auf sozialer Ebene und im Sinne der nächsten Liebe. Man lasse sich nicht auf theologische Diskussionen ein. Man könne friedlich Zusammenleben im gegenseitigen Respekt und in der gegenseitigen Menschenwürde, so der Prediger. Nicht verschweigen wolle er, dass die Christen im Vorderen Orient in großen Schwierigkeiten leben. Die Christen im Nahen Osten brauchen euer Gebet und euere Unterstützung, damit die Christen nicht die Hoffnung auf eine Zukunft verlieren.