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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Samstag, 13.04.2019

"Ich bin die Magd des Herren, mir geschehe wie du es gesagt hast!"


mit H.H. Direktor Gerhard Pöpperl, PWB, Regensburg

 

"Wenn wir uns im Gehorsam auf Gottes Wort seinem Willen ergeben, dann lassen wir uns formen zu dem, was wir sein sollen. Die Welt braucht so dringend Menschen, die sich in den Dienst Gottes nehmen lassen."

"Magd? Sagt Ihnen dieser Begriff eigentlich noch etwas? Gibt es hier in der Kirche jemanden, der noch als Magd oder Knecht arbeitet?" Mit diesen Fragen an die Gottesdienstbesucher leitete der Anführer der 384. Wallfahrt für die Kirche, H. H. Direktor Gerhard Pöpperl, die Predigt ein. Der Geistliche sei in seinem ganzen Leben noch nie einer echten Magd oder einem echten Knecht begegnet. Der Knecht und die Magd seien verschwunden, obwohl Dienstleistung in unsererm Land noch immer existiere. "Wer möchte schon gerne geknechtet sein, eine Magd sein?", fuhr Pöpperl fort. Maria sage von sich selbst, dass sie die Magd des Herren sei, der nach dem Wort Gottes geschehen möge.

Dann tat der Priester etwas, das man seiner Meinung nach normalerweise nicht machen sollte: einer Ordensschwester widersprechen. Jene Ordensschwester äußerte während gemeinsamer Exerzitien den Satz: "Maria war so voller Gnade, die konnte ja gar nicht 'Nein' sagen." Hier widersprach der Direktor des päpstlichen Werkes für geistliche Berufungen in Regensburg ausdrücklich. "Maria hätte sehr wohl 'Nein' sagen können", gab der Geistliche zu bedenken. Gott habe uns Menschen, welche nach seinem Abbild erschaffen seien, einen freien Willen geschenkt. Marias "fiat" - mir geschehe nach deinem Wort - war die freie Entscheidung, sich unter das Wort des Herren zu stellen. Erst durch Marias "fiat" wurde Gottes Wort Mensch, so der Prediger.

"Dieses fiat taucht an ganz prominenter Stelle in der Bibel wieder auf, nämlich in der Schöpfungsgeschichte. Hier heißt es beispielsweise 'fiat lux' - es werde Licht." Das Wort, das Maria spricht, ist das Wort, mit welchem Gott die Welt erschafft. So wird deutlich, dass sich Maria in dieses Schöpfungsgeschehen einreiht. Im "Vater Unser" würden wir alle dieses "fiat" - dein Wille geschehe - immer wieder sprechen. "Wenn wir uns im Gehorsam auf Gottes Wort seinem Willen ergeben, dann lassen wir uns formen zu dem, was wir sein sollen."

Die Welt bräuchte auch heute so dringend Menschen, die sich in den Dienst Gottes nehmen lassen, die ihr "fiat" sprechen und es ernst nehmen. In diesem Zusammmenhang bat der Geistliche die Gottesdiensbesucher abschließend, dafür zu beten, dass es immer wieder Menschen geben möge, die sich ganz und gar dem Willen Gottes ergeben wollen, die ihm dienen wollen, ihm Gehorsam versprechen - nicht blinden, dummen Gehorsam, sondern einen Gehorsam, der hinhört, was Gott wirklich will. Dabei verwies Pöpperl auf die in den Bänken ausgeteilten Gebetsheftchen, mit Gebeten um und für Berufungen, welche er zur kostenlosen Mitnahme und Nutzung empfahl.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Herrn Wilhelm Heidtmann an der Orgel sowie der Solistin, Frau Regina Wilfert.