Headerimage

Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Samstag, 13.07.2019


Bei der 387.Wallfahrt für die Kirche war der Jugendpfarrer des Bistums Regensburg, Christian Kalis, zu Gast in Tirschenreuth. Im Vorfeld zur Wallfahrt war er von Stadtpfarrer Georg Flierl auf die „fortgeschrittene Altersstruktur“ der Wallfahrer in Tirschenreuth hingewiesen worden. In seiner Predigt verwies Pfarrer Kalis diesbezüglich auf die Worte des Papstes: „Jung zu sein ist weniger eine Frage des Alters, als viel mehr ein Zustand des Herzens.“Papst Franziskus habe im vergangenen Oktober die Bischöfe zu einer ordentlichen Synode eingeladen, um gemeinsam über die Jugendlichen, den Glauben und die Berufungsunterscheidung nachzudenken. Am 25.März diesen Jahres unterzeichnete der Papst das nachsynodale Schreiben „Christus vivit“ (Christus lebt), in welchem er uns Maria als großes Vorbild für eine junge Kirche vorstelle. Risiken eingehen Maria habe in jungen Jahren die Botschaft des Engels erhalten und unter-ließ es dabei nicht, Fragen zu stellen. „Ein junger Mensch sollte immer einen kritischen Geist haben“, so der Jugendseelsorger. Marias Ja sei das Ja eines Menschen gewesen, der sich einbringen wollte, der bereit war, Risiken einzugehen und alles auf eine Karte setzte.Und das obwohl sie gewusst habe, dass es Komplikationen geben würde. Maria besaß keine Lebensversicherung, so der Prediger.Ihr Ja und der Wunsch zu dienen seien stärker gewesen als die Zweifel und Schwierigkeiten. „In den Situationen, in denen alles verloren scheint, können wir alle von Maria lernen, ja zu sagen zur beharrlichen Geduld und zur Kreativität. Eben nicht den Mut zu verlieren, sondern immer wieder von vorne anzufangen“, erklärte Kalis. Weiter gab der Prediger zu bedenken, dass heutzutage eine erhebliche Zahl junger Menschen von der Kirche nichts mehr erwarte, weil sie offenbar für ihr Leben keine Bedeutung habe. Eine alte Institution wie die Kirche müsse sich also erneuern und in verschiedenen Phasen ihrer langen Geschichte wieder jung werden. Erneut ließ Christian Kalis die Gottesdienstbesucher mit Worten des Papstes aufhorchen: „Bitten wir den Herrn, er möge die Kirche von denen befreien, die die Kirche alt machen, sie auf die Vergangenheit festnageln, bremsen und unbeweglich machen wollen. Bitten wir auch, dass er sie von der Versuchung befreie zu glauben, dass sie jung ist, wenn sie auf alles eingeht, was die Welt ihr anbietet; zu glauben, dass sie sich erneuert, wenn sie ihre Botschaft verbirgt und sich den anderen anpasst. Nein, sie ist jung, wenn sie sie selbst ist und wenn sie die immer neue Kraft des Wortes Gottes, der Eucharistie, der Gegenwart Christi empfängt. Die Kirche ist jung, wenn sie fähig ist, immer wieder zu ihrer Quelle zurückzukehren.“Es gehe darum, eine Weisheit aufzunehmen, die von Generation zu Generation mitgeteilt werde und die keinen Grund habe, angesichts der Konsumgewohnheiten und der Neuheiten des Marktes zu verschwinden,so der Wallfahrtsanführer. Pfarrer Kalis verglich die Kirche mit einem Kanu, wobei die Älteren durch ihre Sternenbeobachtung dabei helfen, den Kurs beizubehalten. Die jungen Menschen würden indes kraftvoll rudern und sich vorstellen, was sie später er- warten werde. Mit einem Appell an die Gläubigen, in das gleiche Kanu einzusteigen und gemeinsam unter dem immer neuen Antrieb des Heiligen Geistes nach einer besseren Welt zu suchen, beschloss er die Predigt. Brotzeit auf Kirchplatz Nach dem Festgottesdienst, der musikalisch vom Männergesangverein Tirschenreuth unter der Leitung von Wilhelm Heidtmann gestaltet wurde, ging es in einer Lichterprozession mit dem Allerheiligsten und der Fatima-Muttergottes um den Marktplatz. Im Anschluss lud Dekan Flierl die Gottesdienstbesucher wie alle Jahre zum Geburtstag des verstorbenen Stadtpfarrers Georg Maria Witt zu einer Brotzeit auf den Kirchplatz ein.