Headerimage

Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Ostermontag, 17.04.2017


Die Messe zur 360. Wallfahrt für die Kirche zelebrierten (von links): Stadtpfarrer Georg Flierl, Kaplan Paul Gebendorfer, Msgr. Thomas Schmid, KAB-Diözesanpräses aus Regensburg, Pater Klaus Kniffki und Pfarrer Konrad Gruber

H.H. Msgr. Thomas Schmid aus Regensburg, KAB-Diözesanpräses

Ohne Feuer im Herzen gehen Mut und Hoffnung verloren. Doch eine starke Kirche braucht auch begeisterte Christen.

 

Den Blick nach vorne richtete Stadtpfarrer Georg Flierl bei der 360. Wallfahrt für die Kirche. Am 13. Mai steht nämlich eine besondere Wallfahrt ins Haus. Genau vor 100 Jahren, am 13. Mai 1917 erschien Maria, die Gottesmutter, den drei Hirtenkindern. Als Anführer und Prediger der 360. Wallfahrt für die Kirche konnte Flierl Monsignore Thomas Schmid aus Regensburg willkommen heißen. Ein Dank ging auch an die Sänger Christine Kohl und Ottmar Andritzky, sowie an Werner Fritsch an der Orgel für die Mitgestaltung des Gottesdienstes durch Stücke von Schütz, Caccini, Mozart und Salieri.

 

Beinahe ausgegangen wäre jenes Feuer, das in den Herzen seiner Jünger brannte, als Jesus die jeweiligen Namen der Männer aussprach, die zu seinen Aposteln wurden, begann Msgr. Schmid seine Predigt. "Traurig und blind, ja sogar ohne Gottvertrauen, gingen die Jünger zur Tagesordnung über. Doch da taucht einer auf, der ihnen gar nicht bekannt war", fuhr Schmid fort. Jener hätte wissen wollen, was in ihnen vorgeht, was sie denken. Von neuer Begeisterung, von neuer Leidenschaft, von neuem Anfang sei zunächst nichts zu spüren gewesen. Doch plötzlich gingen ihnen die Augen auf, dass die Mutlosigkeit, die Resignation, unbegründet sei. Langsam sei aus dem kleinen Häufchen Glut wieder eine größere Flamme geworden. "Aus diesen Flammen, aus der Resignation heraus wurde das, was wir heute sind, eine pilgernde Kirche über Höhen und Tiefen", so der Prediger.

 

Sehnsüchtig bleiben

 

Wie oft mache uns all das, was wir hören, sehen und mitbekommen, mutlos und traurig. Dann seien wir versucht, uns zurückzuziehen, nicht mehr all zu oft zeigen, dass wir Kirche, überzeugte und begeisterte Christen sind. "Lieber verschließen wir die Tür." Aber was passiert, wenn wir die Türen zu unseren Herzen schließen. Wenn der hl. Geist, der immer bei uns ist, nicht mehr herein kann. Dann gehe das Feuer aus. Der Mut sei weg und die Traurigkeit wird groß. "So haben wir uns Kirche nicht vorgestellt", betonte der Geistliche. Was müssten wir tun, wenn wir dies spüren? "Dort hingehen, wo das Brot gebrochen wird. Dort hingehen, wo wir mit dem Herzen wissen, ja er lebt." Wir müssen unser Herz auftun, damit der Geist die Glut zur Flamme entfacht. Dies sei aber nicht immer einfach. Unruhig sei unser Herz bis es Ruhe findet. Sehnsüchtig müssten wir bleiben, bis wir das Ziel der Sehnsucht finden. Diese Sehnsucht sei nicht schmerzhaft, sie sei etwas vorantreibendes. Etwas, dass uns immer wieder daran erinnert, dass es schön ist zu leben. Jeder von uns trage was einzigartiges in sich, welches nur er allein leben kann.

 

"Erinnert euch daran, dass Maria die Jünger geführt hat. Dass sie wohl hinter verschlossene Mauern den Mut gebracht hat und dass sie mit der Anfang unserer Kirche war", so Schmid. Sie will uns immer einladen, diese Gewissheit zurück zu erbeten, zurück zu "erglauben", dass Gott lebt, "Lassen wir das Feuer in unseren Herzen nicht ausgehen", so die Bitte des Predigers an die Pilger.