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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Montag, 13.08.2018


Den Gottesdienst anlässlich der 376. Wallfahrt für die Kirche zelebrierten (von links) Stadtpfarrer Georg Flierl, Pater Klaus Kniffki, Pfarrer Michael Alkhofer, Kaplan Paul Gebendorfer, Domkapitular Msgr. Thomas Pinzer, Pfarrer Samson Gabriel, Pfarrer Norbert Götz und Pfarrer Martin Schöpf.

Stadtpfarrer Georg Flierl konnte am 13. August H.H. Domkapitular Msgr. Thomas Pinzer als Anführer der 376. Wallfahrt begrüßen.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Herrn Willibald Wirth an der Violine und Herrn Wilhelm Heidtmann an der Orgel.

"Der Mächtige hat Großes an mir getan" - mit diesem bekannten Satz aus dem Magnifikat, dem Lobgesang Mariens, begann Domkapitular Pinzer  seine Predigt. Anschließend stellte er die Frage: "Hat der Mächtige tatsächlich Großes an Maria getan?"

Er resümierte, dass wenn wir auf das Leben Mariens blicken, die Bilanz dabei doch etwas nüchtern ausfalle. Es beginnt bereits in Nazareth, wo der Engel Gabriel Maria ankündigt, dass Sie schwanger ist und einen Sohn gebären wird. "Man kann sich nur allzu gut vorstellen, wie es einem jungen Mädchen ergeht, das ungewollt schwanger wird", so Msgr. Pinzer.
"Sie bringt ihren Sohn in einer ungeeigneten Behausung, fern Ihrer Heimat zur Welt, nachdem Sie mehrfach von Herbergswirten abgelehnt worden ist. Anschließend muss Sie flüchten, um das Leben Ihres Kindes zu retten." Wiederholt stellt der Geistliche die Frage ob der Herr Großes an Maria getan habe.

In der Zeit, als Jesus öffentlich auftritt, Wunder wirkt und predigt, wird Maria im Evangelium nur zweimal erwähnt. "Und zweimal stand sie blöd da", so zitierte der Prediger einen seiner ehemaligen Theologieprofessoren. Zum einen berichte das Markusevangelium von einer Abfuhr Jesu an seine Mutter Maria, als dieser sagte: "Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Schwester und Bruder und Mutter".
Weiter betrachtete Domkapitular Pinzer die Hochzeit zu Kana, wo Jesus seine Mutter mit den Worten "Frau, meine Stunde ist noch nicht gekommen" anraunte.

"Und schließlich das Schlimmste, was einer Mutter, ja Eltern geschehen kann - Maria steht unter Ihrem toten Sohn am Kreuz. Hat der Herr Großes an Maria getan? Maria meint ganz klar ja, der Herr hat Großes an mir getan. Denn Maria schaut mit Ihrem Lobpreis keineswegs nur auf sich selbst. Sie hat Gott im Blick und singt ein Loblied auf Ihren Gott, der für sein Volk da ist, der sich der Kleinen und Hungernden, der Niedrigen und Erniedrigten erbarmt, der zu seinen Verheißungen steht. So wird dieses Loblied Mariens zu einem Hoffnungslied für alle, die eben nichts Großartiges in ihrem Leben erfahren haben."

Das Große, das an Maria geschehen ist, sei die Menschwerdung Gottes, so der Prediger. "In Jesus von Nazareth sei Gott in unsere Welt als Mensch getreten und habe unser Leben gelebt, mit allen Höhen und Tiefen, die es in jedem Leben gibt." Seither wissen wir, dass uns das Leiden nicht erspart bleibt, so wie es Jesus auch nicht erspart geblieben ist. Auch wissen wir, dass es Hoffnung gibt, wo wir keine Hoffnung mehr sehen, und es ein Licht gibt, wo wir nur Dunkelheit sehen.
Maria ist uns so sympathisch, weil Sie eben kein einfaches, unbeschwertes Leben hatte, sondern Vieles erleiden und erdulden musste, weil sie Scherzen ertragen und Tränen geweint hat, aber trotzdem nicht verzweifelt ist. Maria ist uns ein Vorbild, welches wir immer wieder anrufen - hier in Tirschenreuth und an vielen Orten auf der ganzen Welt. Deswegen holen wir uns an diesen Marienorten immer wieder Kraft und Hoffnung, Stärkung und Wegzehrung für unseren Lebensweg.

Zum Ende der Predigt ermutigte der Anführer der Wallfahrt die Gläubigen, wie Maria Gottvertrauen aufzubringen, als sie trotz allem sprach: "Mir geschehe nach deinem Wort."