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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Montag, 13.02.2017


Bild: Es zelebrierten die hl. Messe anlässlich der 358. Wallfahrt für die Kirche (von links): Stadtpfarrer Georg Flierl, Kaplan Paul Gebendorfer, Bischof Vitus Hounder aus Chur/Schweiz, Kaplan Marius Simiganovschi aus Chur/Schweiz, Pfarrer Armin Maierhofer aus Mähring, Pater Klaus Kniffki

H.H. Bischof Vitus Hounder aus Chur/Schweiz

Den Titel "Mittlerin aller Gnaden" hat das zweite Vatikanischen Konzil der Mutter Christi nicht gegeben. Zu Unrecht meint Bischof Vitus Hounder.

Stadtpfarrer Georg Fierl durfte zum zweiten Mal Bischof Vitus Hounder aus Chur/Schweiz als Anführer und Prediger der Wallfahrt in Tirschenreuth begrüßen. Bereits im Juni 2013 war der Bischof schon einmal zu Gast hier in Tirschenreuth.

 

Bischof Hounder befasste sich in seiner Predigt mit dem zweiten vatikanischem Konzil, welches in Rom von 1962 bis 1965 stattfand. Ein Thema des Konzils war auch ein eigenes Dokument über die Bedeutung der Gottesmutter im Heilsplan Gottes. Das Konzil sei deutlich in zwei Lager gespalten gewesen, schilderte der Geistliche. Einerseits hätten viele Bischöfe vom Konzil die Anerkennung der seligen Jungfrau als "Mittlerin aller Gnaden" erwartet. Der Wunsch bestand sogar, dies zum Dogma zu erheben. "Andererseits sagten die Gegner: Das könnte der Verehrung der Gottesmutter ein zu großes Gewicht geben und dem ökumenischen Dialog nicht dienen."

 

Das Ergebnis der langen, ja traurigen Auseinandersetzung über die Gottesmutter sei, so der Bischof: Es gab kein eigenes Dokument über die Bedeutung Marias im Heilsplan Gottes. Der Titel "Mittlerin aller Gnaden" wurde ausgeblendet. Bezüglich der Lehre über die selige Jungfrau hätte es nur ein Kapitel in der erwähnten Konstitution gegeben.

 

Auf Umweg zum Ziel

 

Im Endergebnis sei dies aber nicht wenig. Der Prediger fasste dies in mehrere bedeutende Aussagen zusammen: "Maria hat beim Werk der Erlösung mitgewirkt. Maria ist in der Ordnung in der Gnade unsere Mutter. Maria ist Mittlerin." "Wenn wir alles zusammennehmen, kommen wir, vielleicht auf einem Umweg, doch zur Feststellung: Maria ist Mittlerin aller Gnaden, weil sie die Mutter Christi ist." Maria habe uns den Sohn Gottes in der menschlichen Natur geschenkt. Sie habe uns die Gnade geschenkt. "Denn Jesus ist der Inbegriff der Gnade Gottes." Jeder Gnadenerweis Gottes erfolge durch den Sohn, durch den Sohn Marias.

 

Am 18. November 1964 teilte Papst Paul VI. den Konzilvätern mit, er werde Maria den Titel "Mutter der Kirche" verleihen. Damit setzte der Papst Maria an den Anfang der Kirche, ja über die Kirche. Maria komme zwischen Christus und die Kirche zu stehen. Denn der himmlische Vater hätte Maria durch die wunderbare Empfängnis und Geburt Christi an diese Stelle gesetzt.

 

"Siehe, deine Mutter"

 

Auf diese Weise werde und ist sie eben auch Mutter der Kirche. Christus sei ja der Gründer der Kirche, betonte der Bischof. "Damit wir dessen ganz sicher sein können, hat er uns vom Kreuz her auf diese Mutterschaft aufmerksam gemacht mit den Worten an Maria und Johannes: Siehe, dein Sohn - Siehe, deine Mutter."