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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Montag, 13.01.2020


„Glauben wir heute noch an Wunder?“ Mit dieser Frage begann der Anführer der 393. Wallfahrt, Abt Dr. Maximilian Heim, der seit 2011 dem Zisterzienserstift Heiligenkreuz vorsteht, die Predigt. Als Anspielung auf das vorgetragene Evangelium sollte diese Frage verstanden werden, in welchem Jesus auf einer Hochzeit in Kana sein erstes Wunder tat. Auf die drängende Bitte seiner Mutter Maria hin, verwandelte Jesus hierbei Wasser zu Wein. „Dabei veranlasste die scheinbare Zurückweisung Jesu seine Mutter Maria dazu, noch tiefer zu glauben.“ Sie vertraute darauf, dass ihr Sohn in dieser Notlage helfen würde. „Es ist beeindruckend, wie mächtig und gewichtig die Fürbitte der Muttergottes ist.“ In diesem Zusammenhang beschäftigte den Geistlichen die Frage, warum es uns Katholiken zur Muttergottes hinziehen würde, wenn wir in Not sind. „Weil sie uns liebt und uns versteht“, gab der Priester selbst zur Antwort. Eine Mutter schaue auf ihr Kind. Dann leitete der Ordenspriester auf die Heiligsprechung der beidenHirtenkinder Francisco und Jacintha im Jahr 2017 über, denen die Gottesmutter in Fatima erschienen sei. Um jemanden heilig sprechen zu können, müsse sich vorher ein Wunder auf dessen Fürsprache ereignen, wusste der Abt aus dem Kirchenrecht zu berichten. Unerklärliche Heilung so habe es sich am 3. März 2013 in Brasilien zugetragen, dass ein fünfjähriger Bub namens Lukas Yurie aus 6,5 Metern Höhe aus einem Fenster auf die Straße fiel. „Lukas war bewusstlos und erlitt zweimal einen Herzstillstand. Die Ärzte gaben ihm wenig Überlebenschancen. Seine Eltern begannen zu beten.“ Darüber hinaus baten sie auch die Schwestern des Karmels von Campo Mourao um ihr Fürbittgebet. Zwei Tage später hätten sie Lukas die Intubation abgenommen und er erwachte problemlos. „Er war klar bei Verstand und begann zu reden. Am 15. März 2013 konnte er das Krankenhaus bereits verlassen. Es war eine Heilung, bei der die Ärzte keine Erklärung geben konnten. Lukas war komplett wohlauf, ohne Krankheitssymptome oder Folgeschäden.“ Gott offenbare auch in unseren Tagen seine Herrlichkeit, schlussfolgerte der Ordensmann. Das Bewusstsein vieler Menschen sei heute von einer tiefgreifenden religiösen, moralischen, gesellschaftlichen, ja auch kirchlichen Verunsicherung geprägt. Maria kenne unsere Nöte und Sorgen. Vier Ratschläge gab der Gottesmann den Gläubigen mit auf den Weg zum „wahren Leben“: 1. „Alles, was er euch sagt, das tut!“ – Auf der Hochzeit zu Kana habe Maria die Diener angewiesen, alles zu tun, was Jesus ihnen sagen würde. „Auf diesen unerschütterlichen Glauben der Gottesmutter hin, wirkt Jesus sein erstes Wunder“; 2. „Alles was er euch tut, das sagt.“ – Maria bekenne in ihrem Lobgesang, dem Magnifikat, dass der Mächtige, von dem sie alles empfangen habe, Großes an ihr getan habe. Heim ermunterte die Gottesdienstbesucher wie Maria Zeugnis vom Wirken Gottes im persönlichen Alltag zu geben; 3. „Alles, was er euch gibt, das nehmt.“ – Der Wallfahrtsanführer bezeichnete die Gläubigen als „von Gott Beschenkte“. Speziell in der Anbetung, würde Gott uns in Jesus Christus reich beschenken. Heim brachte in diesem Punkt seine Freude über die immerwährende Anbetung in Tirschenreuth zum Ausdruck. Er unterstrich deren unschätzbaren Wert, indem er sich sicher sei, dass die Früchte der Anbetung auch im Priesterseminar Heiligenkreuz spürbar seien; 4. „Alles was er euch nimmt, das gebt.“ – Die schmerzhafte Muttergottes würde in Tirschenreuth besonders verehrt. Sie zeige den Menschen, wie tief der Glaube trägt. Selbst dann, wenn der Hoffnungsträger tot auf ihrem Schoß liegt, wisse sie doch, dass der österliche Morgen anbrechen werde. Den Festgottesdienst konzelebrierten Pater Klaus Kniffki, Pfarrer Martin Neumaier, Kaplan Daniel Fenk und Stadtpfarrer Georg Flierl. Die Solisten Christine Kohl und Ottmar Andritzky umrahmten mit Organistin Kornelia Cichon die heilige Messe.