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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Mittwoch, 13.09.2017


Die Messe zur 365. Wallfahrt für die Kirche zelebrierten (von links) Stadtpfarrer Georg Flierl, Kaplan Paul Gebendorfer, Bischöflicher Kaplan Michael Dreßel, Pfarrer Michael Alkofer und Pater Klaus Kniffki.

H.H. Bischöflicher Kaplan Michael Dreßel aus Regensburg

Der Rosenkranz ist eine eiserne Ration des christlichen Glaubens im Taschenformat. "Und er bietet Stärkung, Heilung und Kraft", versichert Kaplan Michael Dreßel.

Den Bischöflichen Kaplan Michael Dreßel aus Regensburg durfte Stadtpfarrer Georg Flierl zur 365. Wallfahrt für die Kirche begrüßen. Dreßel ist ein gebürtiger Pechbrunner. Musikalisch mit gestaltet wurde der Gottesdienst mit Gesang durch Christine Kohl und Kirchenmusiker Wilhelm Heidtmann an der Orgel.

 

Michael Dreßel gab in seiner Predigt auf beeindruckende Weise die Handhabung des Rosenkranzes wieder. Genau vor 100 Jahren, im Herbst 1917, sei der russische Zar bei der Oktoberrevolution vom Thron gestürzt worden. "Hunderttausenden kostete dies das Leben und hüllte den Osten über Jahrzehnte in Dunkelheit." Doch vor 100 Jahren sei im Westen auch ein Licht aufgegangen. "Ein kleines Lämpchen im portugiesischen Dorf Fatima", so Michael Drexel. "Die Gottesmutter brachte den Menschen damals eine Waffe, mit der die Dunkelheit überwunden werden kann. Es war keine Waffe, die Zerstörung bringt. Nein, es war eine Waffe, die heilt. Der Rosenkranz." Diese "Gebetsschnur" werde oft belächelt. Es werde nicht verstanden, worum es eigentlich geht.

 

Am Anfang des Rosenkranzes finde sich das Kreuz als Zeichen unseres Glaubens. "Ohne dieses Zeichen, hören wir auf Christen zu sein", so der Prediger. Deshalb ist es für Drexel auch wichtig, dass wir in der heutigen Zeit dieses Zeichen, das Kreuz, nach außen zeigen. So kritisierte der Kaplan die Werbeaktion eines Konzerns, mit Bildern von griechischen Kirchen auf denen aber das Kreuz auf der Kuppel wegretuschiert wurde. Man wolle nicht anecken. Man lässt das Kreuz verschwinden. Es könne ja stören. Nach dem Kreuz folgen die drei Perlen: Glaube, Hoffnung, Liebe. Dies sei eine Zusammenfassung der christlichen Lebensweise. Wie lebe ich wirklich, damit ich ein Mensch, ein Kind Gottes bin? Wer Glaube im Herzen hat, der hofft! Wer liebt, macht sich nicht selbst zum Herren der Schöpfung und stellt die Ordnung nicht auf den Kopf! Mit den weiteren zehn mal fünf Perlen werde das gesamte Evangelium aufgezählt, in Blindenschrift. In einer Schrift, die nur die betende Hand ertasten könne. Mit dem Rosenkranz habe man den ganzen Glauben in der Hand. "Manchmal erscheint uns der Glaube so furchtbar kompliziert. So schrecklich unpraktisch und lebensfern", wusste der Kaplan. Doch der Rosenkranz sei uns eine Hilfe. Auf dem Weg in die Konzentration, auf das Wesentliche, auf das, worauf es ankommt. Der Rosenkranz sei gleichsam eine eiserne Ration unseres Glaubens in Taschenformat, welchen man ständig und überall mit sich herumtragen kann. Der Rosenkranz sei etwas, wie der Saum des Gewandes Jesu, den die kranke Frau berührt und dadurch Heilung erfährt.

 

Und genau dies sei es letztlich, wenn wir den Rosenkranz beten. "Wir berühren das Gewand Jesu, wir berühren den Herrn selbst. Wir erfahren durch den Rosenkranz Stärkung, Heilung und Kraft." Jede einzelne Perle sei wie ein Samenkorn, dass hineinfällt, um zu leben. Es sei wie eine kleine Flamme, die unser Leben ins Licht des Evangeliums, ins Licht des Glaubens hineintaucht. Darum sei auch keine einzige Perle, kein einziges Ave Maria vergebens, so der Bischöfliche Kaplan.