Headerimage

Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Mittwoch, 13.06.2018


Die Messe anlässlich der 374.Wallfahrt für die Kirche zelebrierten (von links): Stadtpfarrer Georg Flierl, Kaplan Paul Gebendorfer, Pfarrer Martin Besold, Pfarrer Konrad Gruber, Pfarrer Martin Neumaier und Pater Klaus Kniffki.

H.H. Prodekan Martin Besold aus Erbendorf

Zur 374. Wallfahrt für die Kirche konnte Stadtpfarrer Georg Flierl den Prodekan, Pfarrer Martin Besold, als Anführer begrüßen. Der Gottesdienst wurde musikalisch von den Solisten Christine Kohl und Ottmar Andritzky, sowie dem Organisten Wilhelm Heidtmann gestaltet. 

„Die Tirschenreuther Wallfahrt ist ein Glaubensereignis“. Mit diesen Worten begann Pfarrer Besold die Predigt. Weiter erinnerte er die Anwesenden an den Ursprung der Tirschenreuther Wallfahrt. Das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes wurde angefertigt von der Familie Zottmeyer als Dank für die Hilfe in einer schweren Krankheit. Diese und  andere Gebetserhörungen vor dem Gnadenbild sprachen sich bald herum und es wurde eine Wallfahrt daraus, die über die Grenzen Tirschenreuths und des Stiftlandes hinausgeht. Der Ursprung der Wallfahrt – eine Gebetserhörung.
„Ein gläubiger Mensch sieht in seinem Leben, in vielen Situationen Gott am Werk. Wo andere vielleicht einen Zufall oder Glück sehen, danken Gläubige dem Herrgott für diese Fügung und seine Hilfe. Gott ist am Werk in unserem Leben und in der Welt.“
Dann kam der Geistliche auf die Lesung des Tages zu sprechen, die sehr deutlich Gott am Werk zeige. „Eine spektakuläre Gebetserhörung des Propheten Elija, der damit den Baalskult im Lande Israel zurückdrängt und zeigt, wer der wahre Gott ist“, so der Erbendorfer Stadtpfarrer. Daraufhin schlug der Prediger die Brücke zur heutigen Zeit, in welcher der Glaube, die Bibel oder der Besuch der Sonntagsmesse für viele  Menschen nicht mehr die erste Wahl sei. „Wie gut wäre doch da wieder einmal so eine Ansage Gottes wie damals auf dem Berg Karmel, damit die Menschen aufwachen und allen sichtbar wird, dass er der wahre Gott ist“, so die  Aussage des Priesters.  Doch Gott sei anders, als wir ihn uns denken, führte der Wallfahrtsleiter weiter aus. „Wer hat das mehr erfahren als Maria“, stellte Pfarrer Besold in den Raum. Dabei führte er Situationen aus ihrem Leben an, von der unbegreiflichen Schwangerschaft bis hin zu den schweren Stunden unter dem Kreuz, als auch Sie hätte schreien können: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“  Besold gab zu bedenken, dass Maria diesen Gott als den ganz Anderen erlebte. Doch Maria überließ sich diesem Gott immer neu mit den Worten „mir geschehe wie du, Gott, es gesagt hast. An Maria würden wir sehen, dass Gebetserhörungen oft anders seien, als wir denken und es uns wünschen würden.
Der Pfarrer legte den Gottesdienstbesuchern nahe, Gott nicht klein zu denken, sondern ihn im Herzen groß zu machen und an den unbegreiflichen Gott trotzdem zu glauben.
Dann kam der Anführer der Wallfahrt noch einmal auf den Propheten Elija zu sprechen, indem er auf dessen Gotteserfahrung am Berg Horeb verwies. Nicht im Feuer und im Sturm begegnete der Prophet Gott, sondern im sanften, leisen Säuseln des Windes.
Hier könne uns Maria erneut ein Vorbild sein, wie sie dem unbegreiflichen und so leisen Gott in ihrem Leben die Vorfahrt lässt. „Willst du ihn hören, werde ganz still, wie Maria es war.“ Mit diesen Worten zitierte Pfarrer Besold ein modernes Marienlied aus dem Gotteslob (GL 873).
„Maria will und wird unseren Blick immer auf Jesus lenken“ betonte er abschließend. „Mit Maria sollen auch wir versuchen, im Alltag zu tun, was Jesus sagt. Vielleicht entstehen gerade dadurch die besten Gebetserhörungen“, endete Prodekan Besold.