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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Mittwoch, 13.02.2019

H.H. Karl-Dieter Schmidt, Kolpingdiözesanpräses aus Regensburg


 

Menschlichkeit und Frieden

Für Pfarrer Karl-Dieter Schmidt, Anführer der 382. Monatswallfahrt, war es eine Selbst­verständ­lichkeit, nach Tirschenreuth zu kommen. Als junger Diakon machte er hier bereits im Mai 1985 seine ersten seelsorgerischen "Gehversuche".
Bevor Pfarrer Karl-Dieter Schmidt mit seiner Predigt zur Monatswallfahrt, die Organist Wilhelm Heidtmann musikalisch gestaltete, begann, blickte er dankbar auf seine Zeit als junger Diakon in Tirschenreuth zurück. Zu dieser Zeit führte der damalige Stadtpfarrer Georg Maria Witt die Monatswallfahrt in Tirschenreuth ein. "Es  ist noch immer ein Segen für die Pfarrei Mariä Himmelfahrt und den ganzen Ort", beurteilte Schmidt diese Entscheidung. In seiner Predigt betrachtete Schmidt die Aufnahme Mariens in den Himmel. Diese stelle die Krönung des Lebens einer Frau dar. Dabei glich ihre Gefühlswelt häufig einer Achterbahn, wie der Prediger sagte. "Einerseits durfte sie jubeln, weil Gott sie erwählte, auf der anderen Seite brachte sie ihr Kind in äußerster Armut zur Welt." Darüber hinaus habe Maria die Flucht in ein anderes Land auf sich genommen und die grausamen Erlebnisse auf Golgota erduldet. "Aber Maria hat nie aufgehört, darauf zu vertrauen, dass Gott größer ist, als es alle Grausamkeiten der Welt zu sein vermögen." Maria sei angefochten, aber unverletzt durch alle Verführungen der Traurigkeit gegangen. "Mit dem Glauben an die Aufnahme Mariens in den Himmel verbindet sich die Überzeugung, dass der Augenblick des Sterbens eines Menschen entscheidender ist als der seiner Geburt." Der Tod sei der Augenblick der Vollendung.

Überorganisierte Welt

Einen zweiten Aspekt zog Schmidt aus dem Geheimnis der Himmelfahrt Mariens. Dabei führte er die Sehnsucht der heutigen Welt nach mehr Menschlichkeit an. "In einer überorganisierten Welt fordert man von uns immer Stärke zu spielen, immer aktiv zu sein, immer erfolgreich zu leben. Wer Schwäche zeigt, krank ist oder altert, wer gar Gefühle äußert oder Rücksicht nimmt, erweist sich als nicht geschaffen für das Heute." Maria verweise in ihrem Loblied, dem "Magnificat" (Kasten), auf das, worauf es ankomme. Das Magnificat sei ein entscheidendes Dokument der Menschlichkeit und des Friedens, so die Überzeugung des Geistlichen.

Das Magnificat

Meine Seele preist die Größe des Herrn,  und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter. Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig. Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten. Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.  Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Wegweiserin Maria

Maria werde uns in der Kirche als Vorbild vor Augen geführt. Der Prediger meinte, es fiele den Menschen oft  leichter, den Weg zu Gott über die "Wegweiserin" Maria zu gehen. "Wenn wir früher etwas angestellt haben oder uns etwas nicht so recht gelungen ist, sind wir doch immer zur Mama gegangen." Die Mütter schenkten  den Kindern die Geborgenheit, die sie brauchten. "Auch waren es meist die Mütter, die uns erstverantwortlich in den Glauben und das Beten eingeführt haben."
Neben der Gottesmutter habe auch Adolph Kolping seine persönliche Spiritualität geprägt, so Schmidt. Der Kolping-Diözesanpräses, der heuer auf seine  40-jährige Mitgliedschaft im Verband zurückblickt, zitierte  abschließend  Kolping: "Beten wir nur recht fleißig, dann wird schon das Rechte geschehen. Die liebe Gottesmutter hilft."