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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Mittwoch, 13.03.2019

Gegen das Böse kämpfen!


 

"Maria ist ein Fenster der Hoffnung, das der liebe Gott in dem Moment öffnet, wenn ihm der Mensch die Tür zusperrt", betont Pfarrer Janis Strasic bei der Monatswallfahrt in Tirschenreuth. Eine weite Anreise hatte der Anführer der 383. Wallfahrt. H.H. Janis Strasic, Kanoniker und Diözesanrichter in Maribor, nahm ziemlich genau 600 km auf sich, um zusammen mit seinen Priesterkollegen und den Kirchenbesuchern den Festgottesdienst zu feiern. Dieser wurde von Organist Wilhelm Heidtmann und der Solistin Christine Kohl musikalisch gestaltet. Pfarrer Strasic legte die weite Strecke jedoch nicht allein zurück. "Im Gepäck" dabei hatte er einen guten alten Bekannten aus Georg Maria Witts Zeiten: den Pfarrer aus Maribor, H.H. Joseph Urbanic. Aufgrund sprachlicher Defizite trug jener auch die Predigt des Wallfahrtsleiters vor.

Diese begann mit der Feststellung, dass es schlicht für jeden Menschen lebens­notwendig sei, zu einer Gemeinschaft zu gehören. Wir würden heutzutage vielen Menschen begegnen, die nirgendwohin gehören, die bodenlos ihre Zeit vertrödeln. Angesichts der zahlreichen Möglichkeiten, welche ihnen offen stehen, denken sie dabei über eine große Freiheit zu verfügen, so der Redner. In Wirklichkeit seien solche Menschen regelrecht Gefangene ihrer Selbst. Kein Fortschritt stehe ihnen in Aussicht, da sie sich auf keinen Weg zu begeben wagen. In diesem Zusammenhang bedankte sich Urbanic stellvertretend bei den anwesenden Gottesdienstbesuchern für das Kommen und dafür, Christus gewählt zu haben. Jene seien davon überzeugt, an diesem heiligen Ort mit einer neuen inneren Kraft ausgestattet zu werden. Unsere Bitte an Gott geschehe im Bewusstsein, dass wir Gottes Hilfe bitter brauchen, so die vorgetragenen Worte Strasic. "Deshalb wollen wir auch für die bisher gewährte göttliche Hilfe innig danken."

Dann widmete sich der Rezitator den Nöten der jungen Menschen, welche oftmals einem Perfektionismus zum Opfer fielen. "Sie wollen jemandem gefallen und streben nach Schönheit, Erfolg und Gesundheit. Leider ist das manch einem nicht gegeben worden. Das kann zu Bedrücktheit und Depressionen führen. In ihrer Ausweglosigkeit nehmen sie Zuflucht bei anderen Menschen und bleiben trotzdem einsam." Rein weltliche Lösungen wären nicht zielführend, da die Welt nicht das anbieten kann, wonach gesucht und gefragt werde. Die mittlere Generation würde den Schwierigkeiten hauptsächlich in ihren Ehen und Familien begegnen, so Urbanic. Hinzu käme eine beachtliche Zahl derer, die am Arbeitsplatz mit Unverständnis oder Mobbing zu kämpfen haben und dabei häufig keinerlei Hilfe erfahren würden. Anschließend nahm der Geistliche die Nöte der älteren Mitglieder unserer Gesellschaft in den Fokus. Dabei betonte der Redner Probleme wie Krankheit, Hilflosigkeit und Einsamkeit. Die anwesenden Wallfahrerinnen und Wallfahrer hätten durch ihr Kommen an diesem Abend unmittelbar darauf hingewiesen, wo nach der Lösung zu suchen ist. "Ihr habt Christus als euren Meister angenommen, ihr glaubt an ihn, ihr hofft auf ihn." Jesus würde uns allen seine Hilfe und seinen Schutz zusichern, indem er zusicherte, dass er uns nicht als Waisen zurücklassen werde (Joh 14,18). Weitere Helfer seien die Mutter Gottes, die Heiligen, unsere Namenspatrone und Fürsprecher. In der Geschichte unserer Erlösung kam die himmlische Mutter immer entgegen, wenn die Bedrängnis an die Tür klopfte. Das Beispiel des ersten Wunders zu Kana weise darauf hin, wie Maria die Verlegenheit der Menschen ob des ausgegangenen Weines unmittelbar erkannt und bei ihrem Sohn hilfsbereit vermittelt habe.

Eine wichtige Fatima-Botschaft sei der Kampf zwischen Gut und Böse, der sich im Herzen eines jeden Menschen abspiele. "Jeder von uns ist dazu berufen, gegen das Böse zu kämpfen. Mit Marias Hilfe und auf ihre Fürsprache hin wird das Böse überwunden." Weiter prophezeite die Gottesmutter in Fatima: "Am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren". Papst emeritus Benedikt der XVI. fasste es folgenderweise zusammen: "Maria ist ein Fenster der Hoffnung, das der liebe Gott in dem Moment öffnet, wenn ihm der Mensch die Tür zusperrt."

Unsere liebe Frau von Tirschenreuth sei die schmerzhafte Mutter, die ihren toten Sohn im Schoß halte. Genauso nehme sie sich auch unserer Ohnmacht an. Maria sei eines jeden Menschen Rettung. Die Rettung eines Verbrechers, eines Obdachlosen oder eines einfachen Arbeiters. Als Mensch und als Christ sollen wir einander hilfreich beiseite stehen. Auch dadurch würden wir Maria als unsere Mutter verehren. Mit diesen Worten beendete Pfarrer Urbanic die Predigt.