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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Donnerstag, 13.12.2018


H.H. Weihbischhof Reinhard Pappenberger aus Regensburg

Zur Monatswallfahrt am 13.12.2018 konnte Stadtpfarrer Georg Flierl den H.H. Weihbischof Reinhard Pappenberger aus Regensburg begrüßen. Die beiden zelebrierten den Festgottesdienst zusammen mit Monsignore Martin Neumaier, Kaplan Paul Gebendorfer und Pater Klaus Kniffki. Trompetensolist Josef Schneider und Organist Wilhelm Heidtmann umrahmten den Gottesdienst mit adventlichen Klängen.

Die Predigt des Weihbischofs stand ganz im Zeichen des "Lichts". Zu Beginn nahm er den Lucia-Tag, welcher am 13. Dezember begangen wird, in den Focus. Die heilige Lucia gehöre zu den wenigen Personen, die Papst Gregor der Große in den Messkanon aufgenommen habe. Im Mittelalter gehörte sie zu den berühmtesten und wichtigsten Heiligen, die man angerufen hat.
Bei uns sei sie aufgrund alter, missbräuchlicher Sitten - wie der "blutigen Lucia" - aus dem Blick geraten. Aus den Erzählungen seiner Eltern und Großeltern wisse er, dass der Lucia-Tag in der Oberpfalz und im Böhmischen für Kinder ein Schreckenstag war. In manchen Büchern könne man nachlesen, was sich da ereignet habe. "Es war Panik angesagt, wenn die Lucia mit ihren Messern umhergegangen ist." Der Geistliche frage sich noch heute, wie Kinder es verarbeiten konnten, dass jemand, der ausdrücklich gewalttätig ist, der Mordinstrumente in der Hand hält, von den eigenen Eltern oder Großeltern ins Haus gelassen wurde. Dahinter stecke, wie auch manchmal beim Nikolaus, die Absicht, dass sich die Menschen durch diesen Schrecken bessern. "Aber Angst und Schrecken haben die Menschen noch nie gebessert. Manchmal hat man sie damit erst auf ganz schlechte Ideen gebracht." Der Anführer der Wallfahrt sei froh, dass es diesen Brauch so nicht mehr gebe.
Anders verhalte es sich dagegen in den nordischen Ländern, welche das Andenken der heiligen Lucia noch immer hochhalten würden. Man sehe dort den ganzen Tag über in den Familien, aber auch im öffentlichen Raum junge Mädchen mit einem Lichterkranz auf dem Kopf. Zunächst würden sie in der Früh die Jüngsten wecken und Ihnen die ersten Weihnachtsplätzchen anbieten. Am Nachmittag und am Abend sehe man diese "Lichtgestalten" dann die Alten und die Kranken, die Einsamen und die Traurigen besuchen. Pappenberger bedauert es, dass wir diesen Lucia-Brauch nicht übernommen haben. "Sonst sind wir auch nicht wählerisch und nehmen alles Mögliche an, was aus der Welt zu uns hereinströmt, auch wenn es noch so dumm und inhaltslos ist. Die heilige Lucia ist eine Lichtbringerin, da sie zu Christus gehört. Es wäre schön, sie in unseren Pfarreien neu zu entdecken."

Papst Benedikt XVI. habe bei seiner Himmelfahrtspredigt am 15.08.2006 gesagt: "Das Licht Gottes in seinem ganzen Reichtum erblicken wir nur, wenn wir den Heiligen ins Gesicht schauen. Denn durch ihr Leben fällt sein Licht in unsere Welt". Am schönsten und beeindruckendsten geschehe dies, wenn man ins Gesicht der Gottesmutter blicke. Denn dort ist die Güte, die Barmherzigkeit und Menschenfreundlichkeit Gottes am strahlensten. Es würde der Welt etwas fehlen, wenn es diese Lichtfläche der Heiligen nicht gäbe, betonte der Priester. Durch die Heiligen sollen wir hindurchschauen auf Christus, das wahre Licht, das in unsere Welt gekommen ist. Dabei sollen wir begreifen, dass wir anderen keine Angst machen müssen und Ihnen keine Gewalt antun dürfen. Denn Christus sei ganz und gar Liebe und Menschenfreundlichkeit.
 
"Die Gottesmutter, welche die Heilige unter den Heiligen ist, möge sich selbst dieser Überlegungen annehmen." Mit diesen Worten griff der Weihbischof abschließend einen frommen Wunsch von Papst Franziskus auf. Maria, die alle unsere Wege begleite, würde uns den Weg vorleben. "Sie möge uns helfen, durch unser Leben, unsere Bräuche, unser Feiern und unser Gestalten der Advents- und Weihnachtszeit der Welt Licht zu schenken. Licht, von dem wir immer noch leben - Licht des Lebens."