Headerimage

Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Dienstag, 13.08.2019


Zur 388. Wallfahrt für die Kirche wurde Kaplan Konrad Maria Ackermann eingeladen. Dieser studiert Kirchenrecht an der Lateranuniversität in Rom und ist dabei, seine Doktorarbeit zu schreiben. Aktuell vertritt er Pfarrer Wundlechner in der Pfarrei Püchersreuth. Zudem durfte Stadtpfarrer Georg Flierl Neupriester Jaime-Pasqual Hannig begrüßen. Der gebürtige Falkenberger spendete den Gottesdienstbesuchern seinen Primizsegen. Eine Ausdauerleistung erbrachte Hannig nach der Lichterprozession um den Marktplatz, indem er den geduldig wartenden, zahlreichen Gläubigen in der Stadtpfarrkirche den Einzelsegen spendete. Kaplan Konrad Maria Ackermann begann seine Predigt mit einer ernsten Botschaft der Gottesmutter, welche den Seherkindern von Fatima anvertraut worden sei. Dabei rufe sie zur Umkehr zu Jesus Christus, zur Buße und zur Sühne auf. Sollten die Menschen diesem Ruf nicht folgen, sagte Maria auch die Entfesselung und die Vernichtung ganzer Nationen voraus. Jedoch beende Maria diese erschütternden Voraussagen mit der tröstlichen Verheißung, dass am Ende ihr unbeflecktes Herz triumphieren werde. „Der Weg der Kirche muss das unbefleckte Herz Mariens sein“, resümierte Ackermann. „Wir erleben in diesen Tagen einen lange nicht da gewesenen Abfall vom katholischen Glauben“, konstatierte der Kaplan. Weit schlimmer als die zahlreichen Kirchenaustritte empfindet Ackermann die Tatsache, dass etwa 90 Prozent der Kirchensteuerzahler der Sonntagsmesse fernblieben. Trotz dieser Entwicklung heiße das Zauberwort nicht Resignation, sondern Bekenntnis. Der Priester ermunterte die Zuhörer, vor den Mitmenschen, die Christus nicht mehr kennen, freudig und selbstbewusst Zeugnis abzulegen von der Hoffnung, die uns trägt. „Manchmal würde sich der einfache Gläubige mehr Mut von den Hirten der Kirche erwarten.“ Es sei keine Heldentat, wenn die obersten Vertreter der christlichen Konfessionen in Deutschland aus Angst vor diplomatischen Verstimmungen ihr Brustkreuz ablegen, um niemanden zu beleidigen, um ja nicht anzuecken. „Seien wir keine Stubentiger, sondern Löwen, die wieder selbstbewusst von Christus erzählen“, appellierte der Prediger. „Wir brauchen uns nicht für unseren Erlöser schämen, der am Kreuz für uns gestorben und auferstanden ist. Stehen wir zu unserem Glauben beim Mittagessen im Wirtshaus durch ein schlichtes Tischgebet, oder im Gespräch am Stammtisch.“ Als Christen müssten wir wieder Christus zu den Menschen bringen, wie die Muttergottes. Aber das werde nur funktionieren, wenn das Herz von Gott entflammt sei, so Ackermann. Wir müssten zunächst selbst unser Herz an Gott hingeben. Ein erster Schritt in diese Richtung könne darin bestehen, dass wir uns wieder auf eine alte Weisheit in der Verkündigung der Kirche zurückbesinnen: kein Tag ohne Gebet; kein Sonntag ohne Heilige Messe; kein Monat ohne Heilige Beichte. Die eucharistische Anbetung, welche in Tirschenreuth vor über 33 Jahren eingeführt wurde, bezeichnete der Priester als großartige Möglichkeit, dem Herrn täglich 24 Stunden begegnen zu können. „Wenn Sie täglich eine Viertelstunde in Stille mit dem Herrn verbringen und ihm alles erzählen, was Ihnen am Herzen liegt, das was Ihnen Angst macht, was Sie freut, was Sie traurig macht, dann wird Sie das verändern“, versicherte Ackermann. Dadurch würde das Herz für Gott entflammt. Der Theologe bezeichnete die Gender-Ideologie als radikalen Angriff auf das Geschöpf-Sein des Menschen. Diese behaupte, es gäbe kein biologisches Geschlecht. Der Mensch könne selbst auswählen, ob er Mann oder Frau sein wolle. Diese Lehre stehe der Schöpfungsordnung Gottes entgegen. „Mann-Sein und Frau-Sein ist uns vorgegeben!“ Die Kirche werde auch mit dem Titel „Braut Christi“ bezeichnet, so der Prediger weiter. Damit sei gleichzeitig ihre Sendung umschrieben. „Die Kirche muss ihr Herz, also sich selbst, ganz an Christus, den Bräutigam, verschenken.“ Heute wollten jedoch viele Christen, selbst so mancher Bischof oder Kardinal, nicht mehr auf die Stimme des Bräutigams hören. Stattdessen würden sie sich vom einschmeichelnden Stimmengewirr des Zeitgeistes verführen lassen. „Alles, was die Kirche seit 2000 Jahren immer geglaubt hat, wird plötzlich infrage gestellt“, kritisierte der Seelsorger. Veranschaulichen, dafür nannte er die Ehe zwischen Mann und Frau, welche auf einmal nicht mehr unauflöslich sein soll, obwohl Christus höchstpersönlich das strikte Scheidungsgebot aufgestellt habe. „Darüber hinaus soll das Weiheamt für Frauen geöffnet werden, obwohl Christus nur Männer zu Aposteln berufen hat und die Kirche seit über 2000 Jahren ungebrochen an dieser Praxis des Herrn festhält“, gab der Kleriker zu bedenken. In all diesen Belangen rief der Geistliche zur Dankbarkeit für Bischof Rudolf Voderholzer auf, der auch gegen zahlreiche Widerstände an der katholischen Lehre festhalte. Im selben Atemzug nannte er Papst Franziskus, der den deutschen Katholiken einen deutlichen Mahnbrief geschrieben hätte, in welchem er dazu aufruft, die Einheit mit der katholischen Weltkirche zu bewahren. „Folgen wir als katholische Christen allein der Stimme des Bräutigams, Christus, und laufen wir nicht dem nächstbesten Gigolo des Zeitgeistes hinterher“, forderte Ackermann. Eher selten kommt es vor, dass in einem Gotteshaus euphorisch geklatscht wird. Doch an diesem Abend sprach der Anführer der Wallfahrt den Gläubigen offensichtlich aus den Herzen. Als Zeichen der Anerkennung und des Dankes durfte der Prediger den Applaus vieler Gottesdienstbesucher werten. Mit Violine- und Orgelklängen wurde der Gottesdienst durch Willibald Wirth und Wilhelm Heidtmann festlich gestaltet. Die Fatima-Muttergottes wird bei der Prozession um den Marktplatz getragen. „Wir brauchen uns nicht für unseren Erlöser schämen, der am Kreuz für uns gestorben und auferstanden ist“, appellierte Kaplan Konrad Maria Ackermann während der Heiligen Messe.