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Stadtpfarrei

Mariä Himmelfahrt

Tirschenreuth

Wallfahrten

Dienstag, 13.06.2017


Weihbischof Rainer Klug (Mitte) führte die 362. Monatswallfahrt an.

H.H. Weihbischof em. Rainer Klug, Freiburg

„Durch das Beten machen wir Tirschenreuth zu einem Ort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe“, sagt Weihbischof Rainer Klug. Er führte die 362. Wallfahrt „Zur lieben Frau von Tirschenreuth“ an und bittet: „Maria versöhn uns mit deinem Sohn.“

„Mit Respekt und Erfurcht darf ich mit euch betten und für den Glauben eintreten“, hob der emeritierte Weihbischof von Freiburg hervor. Die Gottesmutter werde den Segen über die Gläubigen bringen, so Rainer Klug. Stadtpfarrer Georg Flierl freute sich zu Beginn der Messfeier über eine  voll besetzte Stadtpfarrkirche. „Ich danke allen Gläubigen für ihr treues Kommen.“ Kurz ging er auf die Ereignisse vor 100 Jahren in Fatima ein.

In seiner Predigt betonte Weihbischof Rainer Klug: „Wir vertrauen unsere Hoffnung der schmerzhaften Maria an.“ Papst Franziskus habe gesagt, man solle das Evangelium mit den einfachen Leuten betrachten, mit den Armen, die Jesus selig gepriesen habe. Der Weihbischof berichtete von einem Gespräch mit einer Klosterschwester, die jahrzehntelang als Hebamme tätig war. In ihrem langen Arbeitsleben habe sie nur einmal erlebt, dass eine Mutter ihr Kind, einen Sohn, nicht annehmen wollte. Das Warum sei nicht bekannt. Eines aber habe die Hebamme gewusst, sie werde ihre ganze Liebe dem kleinen Büblein schenken.

Der Junge, wurde von einer Familie adoptiert und wuchs auf. Später wollte der Junge unbedingt den Menschen kennenlernen, der ihn als erster geliebt habe. Er habe die Ordensfrau gesucht und auch gefunden. Als die Nonne diese Geschichte dem Weihbischof erzählte, hatte sie Tränen in den Augen. Rainer Klug weiter: „Ich weiß, Gott liebt mich, ohne Wenn und Aber. Das gilt für jeden von uns.“
Jeder Gläubige, der ein Leben lang zu Gott unterwegs sei, wisse, dass Gott ihn liebe. Gott liebe den Menschen genauso, wie er Maria geliebt habe. Klug fügte hinzu: „Aber wir sind nicht Maria, wir brauchen lange, bis wir das Ja zur Liebe Gottes sprechen.“ Hier vor der schmerzhaften Mutter Gottes bräuchten wir uns aber nicht dafür zu schämen, wenn bisher nicht alles so gepasst habe. Jeder habe Zimmer, wo er Gott nicht hineinlasse, vielleicht wegen tiefliegender Verletzungen aus alter Zeit oder auch aus Scham über das eigene Verhalten. Der Weihbischof führ fort: „Beten wir mit Maria, dass sie uns an die Hand nimmt und zur Liebe Gottes bringt.

Maria zeige uns als die Mutter der Kirche, dass Freud und Leid ganz nah am Menschen seien. „Beten wir an ihrer Seite, denn dann werden wir selber zur Kirche und unser Blick wird weit.“ Rainer Klug forderte die Gläubigen auf, schärfer zu denken und tiefer zu vertrauen auf das theologische Erbgut und so die Zeichen der Zeit zu erforschen. 1978 sei beim Deutschen Katholikentag in Freiburg Mutter Teresa zu Gast gewesen. Das bewege auch heute noch. Der Weihbischof erinnerte an ihren Besuch in einem Gefängnis, wo sie „harten Männern“ die Hand gegeben habe, und an ein Gespräch von Mutter Teresa mit einer jungen, angehenden Ordensschwester. Diese wollte von Mutter Teresa wissen, was sie machen solle. Daraufhin habe Mutter Teresa gesagt. „Fangen Sie an.“

Der Weihbischof appellierte deshalb: „Fangen wir an mit dem, was in unseren Herzen lebt, was wir schon immer tun wollten. Und die Gottesmutter wird uns dabei helfen.“ Nach dem eindrucksvollen Gottesdienst fand eine Prozession um den Tirschenreuther Marktplatz statt.