Glaube
Schrei der Armen hören
Fastenzeit weist auf die materielle und geistliche Not hin
Papst Benedikt XVI. hat für die bevorstehende Fastenzeit zu Nächstenliebe, Gebet und Fürsorge aufgerufen. Christen dürften gegenüber dem Schicksal von Mitmenschen nicht gleichgültig sein, erklärte er in seiner Botschaft zur österlichen Bußzeit.
Neben der Sorge um leibliche Bedürfnisse gehöre dazu auch die Verantwortung für das geistliche Wohl durch eine „brüderliche Zurechtweisung.“ Die Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch, der dieses Jahr auf den 22. Februar fällt, und dauert bis Ostern.
Häufig bestimmten Gleichgültigkeit und ein „Mangel an Brüderlichkeit“ das gesellschaftliche Leben, führte der Papst aus. Materieller Reichtum und Übersättigung, aber auch der Vorrang persönlicher Interessen verhinderten die Hinwendung zum Nächsten.
Hinter der Forderung nach Privatsphäre stehe vielfach nur Egoismus, kritisierte Benedikt XVI. „Niemals dürfen wir unfähig sein, mit den Leidenden Mitleid zu empfinden. Niemals darf unser Herz von unseren Angelegenheiten und Problemen so in Anspruch genommen sein, dass es taub wird für den Schrei des Armen.“
Eine Gesellschaft, die im Namen individueller Freiheit jede beliebige moralische Entscheidung akzeptiere, könne für körperliches Leid wie auch für geistliche Bedürfnisse taub werden. Zur christlichen Nächstenliebe gehöre auch die Sorge um das geistliche Wohl des Anderen. Es sei nötig, sich wieder stärker auf den Aspekt zu besinnen.
„Vor dem Bösen darf man nicht schweigen“, betonte der Papst. Es gehe nicht an, sich lieber einer vorherrschenden Mentalität anzupassen, als die Mitmenschen vor falschen Denk- und Handlungsweisen zu warnen.

