Glaube
Ab jetzt mit Gottes Kraft
Die "Taufe des Herrn" greift das Geschehen im Advent auf
Erinnern wir uns an den zweiten und dritten Sonntag im Advent:
Da ist uns Johannes der Täufer begegnet. Am Jordan predigte er und taufte die Menschen, die zu Gott umkehren wollten.
Johannes verkündetet:
Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.
In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach:
Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.
Gott selbst gibt sich hier als Vater Jesu zu erkennen. Wie an Epiphanie geht es also auch heuer, bei der Taufe des Heilands, um da Göttliche in Jesus Christus.
Eine eigene Rolle spielt dabei die Taube. Sie ist aus dem Alten Testament als Botin der Liebe bekannt:
„Zwei Tauben sind deine Augen“, heißt es im Hohelied der Liebe (Hohelied 1,15). So ist auch die Taufszene im Jordan zu verstehen:
In Gestalt einer Taube überbringt der Heilige Geist Jesus die Liebe Gottes.
Die Taube dient als Zeichen dieser Liebe.
Die Taufe ist sozusagen der erste öffentliche Auftritt des Gottessohnes. Er bekommt den Geist Gottes verliehen. Ab jetzt wirkt er in Gottes Namen und mit Gottes Kraft. Jesus handelt mit der Macht des Geistes, also mit göttlicher Vollmacht. Und er verspricht seinen Jüngern, dass der Geist als Beistand bei ihnen bleibt, wenn er selbst zum Vater geht. Auf diesen Beistand setzen die Gläubigen alle Tage.
Aus Christiane Schlüter, Im Zeichen des Sterns. Mit der Familie durch die Weihnachtszeit. Sankt Ulrich Verlag Augsburg.


