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Das verhüllte Kreuz

Das Verhüllen des Besonderen ist ein uraltes Motiv der Gottesverehrung. In der Passionszeit verhüllen wir in unseren Kirchen die Kreuze bis zur Liturgie am Karfreitag. Seit der letzten "Frühschicht in der Fastenzeit", am Karsamstag, ist in der Stadtpfarrkirche ein besonderes Bildnis zu sehen.   Ein großes weißes, rechteckiges Tuch scheint den gekreuzigten Christus zu verhüllen. Die Kreuzbalken sind auffallend dünn und auf ihre bloße Zeichenhaftigkeit reduziert. Hier geht es vorrangig um den Corpus, um das Wechselspiel zwischen Verhüllen und Durchscheinen der Körpergestalt. Das große Tuch kann Mehrfaches bedeuten: Ein Verhüllen des Heiligen, ein beschirmendes Zudecken des Verletzlichen, ein Abdecken des Toten. Auf den Höhen liegt das nun hauchdünn erscheinende Tuch wie nass auf blanker Haut und lässt einen weich modellierten Körper durchspüren, der beileibe nicht tot wirkt. Die Verhüllung birgt vielmehr spürbar sich entwickelndes Leben, unter dem Leichentuch pulsiert die Hoffnung der Auferstehung.   Nicht von ungefähr weckt das aufgespannte Tuch mit dem verhüllten Leib die Vorstellung von einem Schmetterling bei der Befreiung aus seinem Kokon, auch dies ein vertrautes Auferstehungssymbol. Aus dem Todesmantel würden somit befreiende Flügel.   Der rote Hintergrund wirkt im Morgenlicht wie die aufgehende Sonne am Ostermorgen. Die Enden der Kreuzbalken wie Sonnenstrahlen.